Kitopia Newsletter vom 03.10.2019

Hallo liebe Newsletter – Leser*innen,

wo ist nur die Zeit geblieben? Sicher habt ihr schon auf die nächste Post aus meinem Kitopia-Büro gewartet, oder? Wenn ihr nun eine kleine Pause bei einer schönen Tasse Tee oder einem heißen Kaffee einlegen könnt, wünsche ich euch viel Spaß beim Lesen!

Wer parallel die Kitopia-Post von Mariele Diekhof bekommt, kennt die folgende wahre Geschichte bereits und da wir nichts unversucht lassen wollen, erzähle auch ich sie noch einmal, um möglichst viele Menschen damit zu erreichen:

Flaschenpost – Wer kennt Tony?

Anfang September bekam Mariele eine Mail von einem ihr unbekannten Ehepaar mit folgendem Text:

"Guten Tag Frau Diekhof! Wir haben heute auf Fehmarn eine Flaschenpost von "Tony" (6 Jahre) gefunden, die er am 24.8.19 abgesendet hat. Wir würden ihm gerne antworten, aber es ist keine Adresse hinterlegt. Der einzige Hinweis ist, dass die Post auf A5-Papier geschrieben ist, das das Kitopia-Logo trägt. Können Sie uns helfen? Mit freundlichem Gruß! Alexander und Christel N."

Das von Tony gemalte Bild in der Post wurde eindeutig auf einem der unzähligen Schreibblöcke, die Mariele in ihren Seminaren verteilt, gemalt.

Und hier der Text von Tony:

"Hallo lieber Finder meiner Flaschenpost!
Schön, dass du mich entdeckt hast! Ich bin Tony, 6 Jahre und bin auf der Insel Fehmarn im Urlaub. Ich wollte gerne eine Flaschenpost mit Mama machen, weil wir im Kindergarten über das Meer und Urlaub gesprochen haben. Ich würde mich freuen, wenn du mir zurückschreibst und vor allem, den Ort wo du sie gefunden hast. Dankeschön und viele Grüße. Tony und Familie."

Mariele schickte mir die Fotos von der Flaschenpost, unsere Neugierde war geweckt und nun versuchen wir seit Wochen den kleinen Tony zu finden. Inzwischen gibt es viele Helfer, die unser Anliegen fleißig auf Facebook teilen, obwohl das sonst nicht mein bevorzugtes Kommunikationsmittel ist. Diesmal war uns allerdings jeder Weg recht. Vielleicht kennt ihr ja Tony? Es wäre einfach wunderbar, wenn er eine Antwort von dem Ehepaar, das die Post gefunden hat, bekommen könnte! Auch ich finde es bemerkenswert, wie viel Mühe sich diese beiden Herzmenschen gemacht haben!

Ja ist denn heut‘ schon Weihnachten?

Nein, noch nicht ganz. Heute war ein regnerischer Herbsttag, langsam wird es kühler und die Tage kürzer. Die Ersten denken schon an die Weihnachtszeit und sind tatsächlich bereits in Gedanken, in der Stadt oder im Internet auf der "Jagd" nach Weihnachtsgeschenken. In den Geschäften liegen die Pfefferkuchen bereits in den Regalen und allein bei diesem Anblick vergeht mir jedenfalls die Vorfreude auf das Fest. Vielleicht sollten wir sie einfach "Herbstgebäck" nennen, damit wir nicht laufend an Weihnachten denken müssen. Die besinnlichste Zeit des Jahres soll das Weihnachtsfest angeblich sein, doch aus den Kitas höre ich meist ganz andere Töne. Da wird gebastelt ohne Ende, um das Haus zu schmücken oder Geschenke für die Eltern herzustellen, da folgt gleich nach dem Herbstfest der Bastelnachmittag mit den Eltern, gefolgt vom Weihnachtsbasar und nicht zu vergessen die Weihnachtsfeier mit den Kindern und dann auch noch die mit dem Team. Wer sich da noch nicht völlig erschöpft fühlt, hat wahrscheinlich einiges richtig gemacht. Noch ist genug Zeit, um zu überlegen, wo bei euch die Energiefresser der Weihnachtszeit versteckt sind und etwas zu verändern, damit ihr euch und den Kindern das wohl wichtigste Geschenk zu Weihnachten machen könnt: ZEIT!

Eine ganz wunderbare Idee dazu, die in der Kita „Zwergenland“ in Kreischa entstanden ist, möchte ich euch heute vorstellen.

Die ganz besondere Adventskiste

Die Erzieherin Sylvia Rehwald-Kühn hatte im letzten Jahr die Idee, statt des üblichen Adventkalenders, eine Adventkiste für die Kinder zu packen, die jedes Kind in der Adventzeit einmal mit nach Hause nehmen konnte. In dieser Kiste befindet sich eine "Gebrauchsanweisung" und wenn ihr euch die anschaut, habt ihr bestimmt gleich ganz viele Bilder vor Augen:

Gebrauchsanweisung für die Adventkiste

Weihnachten ist eine hektische Zeit, aus diesem Grund entführt euch der kleine Bär Joschi in seine kleine Welt.
Nehmt euch ein bisschen Zeit füreinander, macht es euch gemütlich und begebt euch auf die Reise.
Lest, was bisher geschehen ist und überlegt, wie die Geschichte weitergehen könnte. Schreibt dies in das Buch… (ihr dürft Fotos machen, Bilder malen…).

In der Kiste findet ihr:

  • das Weihnachtsgeschichten-Buch vom kleinen Bären Joschi, das darauf wartet, gefüllt zu werden
  • Bär Joschi und sein rosa Sternenkuschelkissen (zum Verbleib in der Kiste)
  • ein kleines kuschliges Sternenkuschelkissen, welches ihr behalten dürft
  • ein Teelicht für Gemütlichkeit – das ihr behalten dürft
  • Kekse und Tee für eine kleine Stärkung

Außerdem gibt es ein Kärtchen. Dieses findet ihr in einem Briefumschlag. Schreibt einfach ein kleines Feedback, wie es euch mit der Adventskiste ergangen ist. Dieses Kärtchen legt ihr einfach wieder mit zurück in die Kiste.

Vielen Dank und eine wunderschöne kuschlige Weihnachtszeit!

Ein großes Dankeschön an ............. (Mama von ............. ), die liebevoll die Kuschelsterne für die Kinder genäht hat.

Das Weihnachtsgeschichtenbuch unter dem Titel "Der kleine Bär Joschi, der endlich einmal Weihnachten erleben wollte" wurde von der Erzieherin mit einer Anfangsgeschichte gefüllt und dann von den Kindern und Eltern immer weitergeschrieben und mit Fotos und gemalten Bildern verziert, so dass ein richtiges Kunstwerk entstanden ist, dass mittlerweile sogar zu einem richtigen Buch gebunden wurde. Ist das nicht toll?
Um auch die Eltern zu begeistern, gab es natürlich vorab einen Weihnachtsbrief dazu:

Liebe Eltern!

Bald haben wir den 1. Advent!
Die besinnliche Weihnachtszeit beginnt. In diesem Jahr wird es einen etwas anderen Adventskalender geben:
Eine Adventkiste!
Wir möchten damit alle Familien mit einem besonderen Geschenk überraschen:
Mit gemeinsamer Zeit!
Jedes Kind darf in der Adventszeit die Adventkiste mit nach Hause nehmen. Nehmen Sie sich eine halbe Stunde Zeit und lassen Sie sich von dem Inhalt der Kiste inspirieren.
"Zeit schenken heißt Liebe schenken"
In der Adventkiste wird es eine "Anleitung" geben. Wir würden uns freuen, wenn sich alle Familien an diesem etwas anderen Adventskalender beteiligen.
Wir freuen uns auf eine wundervolle, gemeinsame Weihnachtszeit.

Eure Erzieherinnen ................ und ................

"Zeit schenken heißt Liebe schenken"

Vielleicht inspiriert euch ja diese Idee und ihr entwickelt noch ganz andere Einfälle dazu. Die Kinder werden jedenfalls begeistert sein!

In den Kitas fehlt Personal!

Die neueste, kürzlich veröffentlichte Studie der Bertelsmann-Stiftung belegt, dass es in vielen Kitas an Personal mangelt und die Personalschlüssel teilweise erheblich von einem kindgerechten und pädagogisch sinnvollen Betreuungsverhältnis abweichen. Zudem ist dieser von Bundesland zu Bundesland höchst unterschiedlich. Im Länderreport Frühkindliche Bildungssysteme 2019 schreibt die Bertelsmann-Stiftung, dass sich die personelle Ausstattung in Sachsen im Krippen- und Kindergartenbereich von 2013 bis 2018 verbessert hat, Sachsen jedoch trotz des Ausbaus im Krippen-bereich, den im bundesweiten Vergleich ungünstigsten Personalschlüssel aufweist (kitapersonal-braucht-bessere-arbeitsbedingungen). Sachsens Kultusminister Christian Piwarz übte gegenüber dem MDR (Interview) heftige Kritik an der Studie und behauptet, dass lediglich der Blick auf den Personalschlüssel gelegt wurde und der Ausbildungsgrad des pädagogischen Personals außer Acht blieb. Bezüglich des Personalschlüssels spricht Herr Piwarz von westdeutsch geprägten Phantasiegebilden, statt die ostdeutsche Situation zu berücksichtigen. Mich macht das einfach nur wütend! Die Bertelsmann-Stiftung belegt, dass Sachsen das Bundesland mit dem höchsten Anteil an pädagogischem Personal (ohne Horte) mit einem einschlägigen Hochschulabschluss (10 %) ist. Über einen einschlägigen Fachschulabschluss verfügen 83 % der Pädagog*innen. Das sind deutlich mehr als in den westdeutschen Bundesländern (67 %). Ja, aber haben Pädagog*innen mit höherer Qualifikation deshalb mehr Ohren, Hände, Herzen und Zeit? Rechtfertigt eine höhere Qualifikation also einen niedrigeren Personalschlüssel? Herr Piwarz behauptet, dass mit dem jetzigen zur Verfügung stehenden Personal die Inhalte des Sächsischen Bildungsplanes qualitativ umgesetzt werden könnten. Nicht benannt hat er hingegen, wie viele Erzieher*innenstellen derzeit unbesetzt sind. Mir macht das große Sorgen, stellt dieses Thema doch derzeit die Kitas vor die größten Herausforderungen. Trotz der in vielen Kitas vorherrschenden Personalnot begeistert es mich immer wieder, wie viele warmherzige, fröhliche und motivierte Pädagog*innen täglich für die Kinder da sind, Ihnen einfühlsam und wertschätzend begegnen und ihnen Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Toleranz vorleben. Wie sieht es damit in eurem Team aus? Vielleicht wäre es mal wieder Zeit für eine "Bestandsaufnahme"? Worum drehen sich unsere Gedanken hauptsächlich? Sind es noch die Kinder, die uns tagtäglich vor neue Herausforderungen stellen oder ist es das ganze „Drumherum“? Und was ist dieses "Drumherum" eigentlich? In meinen Seminaren in der Kitopia Leipzig reflektieren, diskutieren und philosophieren wir dazu regelmäßig und es ist immer wieder spannend, was dabei so entsteht.

Vertretung in der Kitopia Berlin

Vielleicht habe ich euch ja schon einmal erzählt, dass ich Herausforderungen ganz schlecht widerstehen kann. Vor einer ganz großen stehe ich nun im November/ Dezember: Ich darf Mariele Diekhof in Berlin vertreten! Sie kann gesundheitsbedingt für einige Monate keine Seminare geben und hat mich gefragt, ob ich sie zu einigen Terminen vertreten kann. Das ist eine riesengroße Ehre für mich und sicher könnt ihr euch vorstellen, wie aufgeregt ich schon heute bin. Werde ich das alles so hinbekommen, wie Mariele sich das vorstellt? Kann ich den vorgegebenen Zeitplan, der bei mir in der Kitopia Leipzig äußerst flexibel ist, einhalten? Wie werden die Teilnehmer*innen auf mich reagieren? Kann ich in den "fremden" Räumen genauso gelassen sein, wie in meinen eigenen? Ich werde euch auf jeden Fall davon berichten, wie es mir ergangen ist und freue mich auf diese neue Herausforderung!

Ach ja, apropos Berlin: Am Samstag ist es ja nun auch endlich so weit. Mariele mischt zusammen mit ihrer 12-köpfigen Theatergruppe "Die Miesmuscheln" mit einem sehr unpädagogischen Theaterstück die UFA-Fabrik in Berlin auf. Ich habe eine der begehrten Karten ergattert und bin schon so gespannt auf die Vertreter der Firma "Wehr-dich-Fritz", die strenge "Carla Propper" vom Gesundheitsamt, die arme kleine Krippen-Jule und wer sonst noch alles so durch den Kakao gezogen wird. Mal sehen, ob es mich auch erwischt! :-)

In diesem Sinne verabschiede ich mich heute augenzwinkernd mit einem Spruch von Alfred Kästner:

"Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao durch den man euch zieht, auch noch zu trinken!"

Ich wünsche euch eine wunderschöne Herbstzeit, genug Zeit und Gelassenheit, um diese wunderbare Jahreszeit in all ihren Farben und Facetten zu genießen!

Herzliche Grüße

Eure Dörte



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