Kitopia Newsletter vom 03.05.2020

Hallo ihr Lieben,

mit diesem zweiten „Corona-Newsletter“ möchte ich euch sagen, dass ich ganz oft an euch alle und an unsere wunderbaren Weiterbildungen in der Kitopia-Leipzig denke, die in dieser schwierigen Zeit für mich erscheinen, als wären sie ewig weit weg. Ich freue mich schon heute auf das erste Seminar, das wieder stattfinden darf aber darauf müssen wir alle leider noch lange warten und uns an anderen, oft auch nur kleinen Dingen im Alltag erfreuen, die uns tagtäglich begegnen.

"Überall sind wir von Wundern umgeben, wenn wir die Augen haben, sie zu sehen."

Mit diesem Zitat von Ernst R. Hauschka durfte ich voll Freude in den gestrigen regnerischen Samstag starten. Als ich meinen Briefkasten öffnete flatterte mir ein weißer Briefumschlag entgegen, den mit ziemlicher Sicherheit Andreas, Erzieher in einer Leipziger Kita da hineingeworfen hat. Andreas wohnt nämlich zufällig genau gegenüber von mir. Praktisch, oder? Neugierig öffnete ich den Umschlag, in dem sich eine Karte mit obigem Zitat und sehr lieben Zeilen aus einer Kita befand, die erst im Februar bei mir in der Kitopia Leipzig zum Seminar war. Außerdem erwartete mich ein kleines weißes Organzasäckchen in dem sich zwei Sonnenblumenkerne mit blumiger Aussaatanleitung versteckten. Was für eine wunderschöne Idee! Es ist ein beruhigendes Gefühl, nicht vergessen zu werden und so erreichen mich wöchentlich E-Mails und Briefe aus Kitas, in denen Leiter*innen und Erzieher*innen beschreiben, was sie während der Corona-Zeit alles in ihren Kitas umgesetzt haben und wie sie Kontakt zu den Kindern halten, die die Kita zurzeit nicht besuchen dürfen.

Da verzieren bunte Regenbogen die Fenster der Kitas mit den Worten "Wir vermissen euch!" und im Gegenzug schicken Kinder aus ihren Kinderzimmerfenstern Grüße an ihre Erzieher*innen. Vor einigen Kitas entstehen bunte Steinschlangen, die Zusammenhalt signalisieren und zum Mitmachen auffordern. In einer Kommune haben sogar die Bürgermeisterin und die Kameraden der Feuerwehr Steine für die Kita bemalt. Die Kinder bekommen Briefe oder E-Mails mit Grüßen aus der Kita und Ideen gegen lange Weile zu Hause. Mich begeistert jede einzelne Aktion, zeigt es doch, wie sehr auch euch die Kinder fehlen! Vor kurzem hörte ich im Radio Interviews mit Familien, die ihre Kinder derzeit zu Hause betreuen. Eine Mutter sagte „Bei uns läuft alles prima. Die Kinder fragen inzwischen nicht mehr nach der Kita und das ist gut so.“ Mich hat das sehr nachdenklich und traurig gestimmt und ich frage mich, wie sicher viele von euch, wie es werden wird, wenn die Kinder zurück in die Kita kommen. Gerade die Jüngsten werden sich noch einmal neu an die Kita gewöhnen müssen. Wie kann die Eingewöhnung gestaltet werden, wenn Eltern vielleicht gar keinen Zutritt zu den Krippenräumen bekommen? Auch für die älteren Kinder ist diese Situation eine noch nie dagewesene. Die meisten Kinder sind es seit dem ersten Geburtstag gewöhnt, regelmäßig, abgesehen von Urlaub oder vielleicht kurzen Krankheitszeiten, die Kita zu besuchen. Eine so lange Auszeit hat kaum ein Kind je erlebt.

Vor kurzem erzählte mir eine Leiterin im Telefonat, dass bei ihnen in der Kita JEDES Kind ein Recht auf Eingewöhnung hat und das nicht erst seit Corona. Immer wenn ein Kind für längere Zeit nicht in der Kita war bekommt es genau die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die es braucht, um sich schnell wieder angekommen und wohl zu fühlen. Diese Haltung finde ich vorbildlich. Allerdings sorgt sich diese Leiterin heute schon, wie sie das in der Zeit nach Corona hinbekommen werden, wenn viele Kinder zur gleichen Zeit zurückkommen.
Bislang weiß ja auch noch niemand, wie es mit den Kita-Öffnungen weitergeht und die Politik hält sich nach wie vor sehr zurück, was dieses Thema angeht. In Bayern gibt es bereits eine „Handreichung für die Kindertagesbetreuung in Zeiten des Coronavirus“ und die Fröbel-Gruppe hat 1918 Eltern und 614 pädagogische Fachkräfte aus zehn Bundesländern zur Notbetreuung befragt (Quellen siehe unten), mit dem Ergebnis, dass sich unter Anderem, 40 % der Beschäftigten große Sorgen um die eigene Gesundheit machen und eine Notbetreuung fordern, bis ein Impfstoff gefunden ist. Die Verunsicherung ist groß und es wird eifrig an Konzepten gearbeitet, um überhaupt wieder in Richtung Regelbetrieb denken zu können. Ich wünsche euch von Herzen, dass ihr vor allem gesund bleibt, euch schützen könnt, so gut es eben geht und niemals den Optimismus und die Vorfreude auf die Zeit nach Corona verliert, auch wenn es vielleicht nie mehr ganz so sein wird, wie zuvor.

Kitopia Leipzig bleibt bis Ende August geschlossen

Aufgrund der am letzten Donnerstag veröffentlichten Corona-Schutz-Verordnung für den Freistaat Sachsen, muss ich euch nun leider mitteilen, dass die Kitopia Leipzig bis zum 30.08.2020 geschlossen bleibt. Alle Veranstaltungen werden verschoben und ich vergebe natürlich bereits Termine für 2021/ 2022. Da die verordnete Kontaktsperre nochmals verlängert wurde und uns das Mindestabstandsgebot sicher noch über Monate begleiten wird, habe ich leider keine andere Wahl, als abzuwarten. Alternativ bin ich gern bereit, Seminare in Einrichtungen durchzuführen, die die Abstands-regelung gewährleisten können und stehe für Einzel- und Kleingruppenarbeit, kollegiale Beratung, Biografiearbeit und individuelle Themen oder fachliche Beratungen gern zur Verfügung.

Sollte es auch nach den Sommerferien noch drastische Einschränkungen geben, plane ich ab 31.08.2020 mit Kleingruppen bis 8 Personen zu arbeiten, vorausgesetzt ich erhalte die Genehmigung dafür. Der Mindestabstand von 1,5 Metern wäre mit dieser Regelung auf jeden Fall einzuhalten.

Wenn ihr euch nun fragt, was ich mit meiner ganzen freien Zeit mache, so kann ich euch mitteilen, dass ich mich bislang noch keine Minute gelangweilt habe. Auch ich suche immer nach neuen Ideen und Impulsen und habe die Zeit genutzt um mich weiterzubilden. Das geht derzeit natürlich nur online und da auch ich Anfragen für digitale Seminare bekommen habe, wollte ich mal schauen, wie das so funktioniert. Ich habe bei einem Bildungsträger zwei Online-Seminare und ein Webinar (also live) gebucht und mich an die Arbeit gemacht.

Die Online-Seminare waren mit zwei Stunden Bearbeitungszeit angekündigt, diese Zeit benötigte ich aber nicht wirklich. Die Technik dahinter hat mich nicht begeistert aber für das Selbststudium ist es eine Alternative, wenn es Themen gibt, in denen man sich vielleicht noch unsicher fühlt. Das Webinar war für 1 ½ Stunden angekündigt und startete pünktlich. Die Dozentin war gut zu sehen und zu verstehen und hat das Thema auch gut vermittelt. Die 20 Teilnehmer konnten sich nebenher im Chat beteiligen, was sich irgendwie schleppend gestaltete. Nach 50 Minuten brach die Leitung zusammen und ich erhielt eine Nachricht, dass das Webinar wegen technischer Störungen abgebrochen werden musste. Der restliche Teil wurde aufgezeichnet und per E-Mail versendet, einen fachlichen Austausch gab es nicht mehr. Mich hat diese Erfahrung noch einmal darin bestärkt, dass der persönliche Austausch durch nichts zu ersetzen ist, was nicht heißen soll, dass ich digitale Weiterbildungen ablehne. Ganz im Gegenteil. Dank moderner Technik ist diese Form eine wirkliche Bereicherung, kann und sollte aus meiner Sicht aber nicht den analogen Kontakt von Mensch zu Mensch ersetzen. Was das digitale Lernen angeht, so probiert es doch einfach selbst einmal aus. Auf eure Erfahrungsberichte bin ich sehr gespannt.

In diesem Sinne kämpfe ich nun erst recht um den Erhalt der Kitopia Leipzig um das Gefühl für Raum, Zeit, Licht, Wohlfühlen und Genuss, gepaart mit vielen Impulsen und Ideen für den Kita-Alltag weiterhin zu vermitteln.

Apropos Genuss und dann ist aber auch langsam Schluss:

Ich habe ein neues Brotrezept ausprobiert, dass auf jeden Fall bei meiner Enkeltochter, die nun endlich wieder zu Besuch kommen darf, Jubelschreie ausgelöst hat, zumal wir es natürlich zusammen gebacken haben.
Es ist ein Eiweißbrot (also ohne Mehl) und ihr benötigt dafür:

4 Eier
500 g Magerquark
50 g Weizenkleie oder Kokosmehl oder Buchweizenmehl
100 g gemahlene Mandeln
100 g Leinsamen
1 Pkg Backpulver
1 TL Salz
eventl. Nüsse, ganz nach Geschmack

Alles zusammenrühren und bei 150 Grad 50-60 Minuten backen. Im Kühlschrank aufbewahrt hält sich das Brot eine ganze Woche.

So nun reicht es aber wirklich wieder für heute. Sobald es irgendwelche Neuigkeiten gibt, werde ich euch darüber informieren. Bleibt bitte alle gesund und passt gut auf euch und eure Mitmenschen auf!

Herzliche Grüße
Eure Dörte



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